
Als das Bilderbuch mitten im Entstehungsprozess war, hab ich mich auf die Zeit nach der Fertigstellung gefreut, in der es nur noch darum gehen würde, hier und da ein paar Korrekturen an den Bildern vorzunehmen. Jetzt ist es so weit und es macht sich tatsächlich ein warmes Gefühl im Magen breit. Außerdem macht es Spaß zu sehen, was ich Bild für Bild dazu gelernt habe. Das monatelange Durchhalten hat sich jetzt schon gelohnt, egal was noch passiert (oder nicht passiert), und ich freue mich schon aufs nächste Projekt. :-)

… Schlafen. Viel schlafen. Und lange schlafen, damit man möglichst lange auf Traumreisen unterwegs ist. Für qualitativ hochwertige und pädagogisch unbedingt wertlose Traumreiseberichte steht das Qualitätssiegel von Prof. Dr. Dr. Dösinger, Vorsitzender der PRO-SCHLAF Gesellschaft für Schlafforschung und Traumreisen.

Prof. Dr. Dr. Dösinger ist übrigens zusammen mit Ella und Wilko (www.ellafreakella.com) auf der Frankfurter Buchmesse, um sich ein paar Verlagen vorzustellen. Falls ihr wissen wollt, wie sein Ausflug verläuft, könnt ihr es dieses Wochenende hier nachlesen: https://www.facebook.com/MimiWelldirtysSchreibtisch

Meine Mutter war keine große Köchin, und dennoch habe ich meine Leidenschaft fürs Kochen allein ihr zu verdanken. Schließlich wollen Kinder immer alles anders machen als die Eltern.
Aber sie hatte trotzdem eine gute Handvoll Rezepte, die sie hin und wieder aus der Küchenschürze schüttelte. Die habe ich mir gemerkt. Und aufgeschrieben. Da alleine essen aber keinen Spaß macht, habe ich beschlossen, heute eine kleine kulinarische Serie zu starten, die sich allein aus Familienrezepten speist. Nur für Euch. Zum Nachkochen, Genießen und Weitererzählen.
On today’s menu, ein Gericht, das ihr vermutlich selbst als Kinder oft gegessen habt. Es ist einfach, es ist gut, preiswert und sehr lecker. Es ist:
MÖHRENGEMÜSE
Ich kann mich noch gut an das Gesicht meines Stiefvaters erinnern, als er kurz nach Freddy Mercurys Tod in der Zeitung las, dass dieser schwul gewesen sein soll. Er (mein Stiefvater, nicht Freddy) saß zähneknirschend an seinem Stammplatz in unserer Essecke und in seinem Gesicht spiegelte sich eine Mischung aus blankem Entsetzen, Scham und schlecht überspielter Fassungslosigkeit.
Ich schätze, ungefähr so würde er meine Mutter ansehen, servierte diese ihm heute sein geliebtes Möhrengemüse ohne Speck und Mettenden. Fleisch war seine Religion, knusprig gebratene Grützewurst (noch schlachtwarm vom Bauernhof), heruntergespült mit einem Liter Vollmilch (er war ein einfacher Mann), seine letzte Ölung.
Ich bevorzuge die fleischlose Variante von Möhrengemüse, obwohl ein bisschen Speck sehr lecker ist und noch niemandem geschadet hat (außer dem Schwein natürlich). Und da für mein Möhrengemüse kein Schwein sterben soll, ich aber keine militante Vegetarierin bin, lasse ich Euch die Wahl.
Hier die Zutatenliste für Mamas Möhrengemüse (für 2-3 Personen, reicht für zwei Tage):
- zwei Kilo Möhren (netto, nach dem Schälen) und 1 Kilo mehlig kochende Kartoffeln(ebenfalls netto).
- 1 mittelgroßes Stück Ingwer
- drei große rote Zwiebeln
- brauner Rohrzucker
- Gute Butter & gutes Olivenöl
- ca. 1,5 Liter Gemüsebrühe
- krause Petersilie
- Creme Fraiche
- Eier
- Tofuwürste
Für die Fleischvariante außerdem:
- 300 g gewürfelter Speck und 4 Mettenden (vom Biometzger)
Zubereitung:
1) Zwiebeln klein würfeln, Möhren schälen und in 1,5cm große Stücke schneiden, Kartoffeln schälen, die großen zerteilen. Ingwer schälen und klein hacken.
2) 1 mittelgroßes Stück Butter und 4 EL Öl im Topf erhitzen, 1 EL braunen Rohrzucker beigeben, anschließend Zwiebeln und Ingwer darin glasig dünsten bis sich Röstaromen am Bodentopf absetzen. Fleischvariante: Jetzt auch Speck und Mettenden dazu geben.
3) Kartoffeln und Möhren zugeben, unter Rühren zwei Minuten mitdünsten.
4) Mit ca. 1,5 Liter Gemüsebrühe aufgießen. Achtung: Das Gemüse darf nicht vollständig bedeckt sein. Es soll gerade so viel Flüssigkeit im Topf sein, um das Gemüse darin zu garen. 1 gehäuften EL Salz zugeben. Das Ganze aufkochen und ca. 20 Minuten gar kochen. In der Zwischenzeit Tofuwürste separat garen.
5). Sobald das Gemüse weich ist, Topf von der Platte nehmen und alles mit einem Zauberstab pürieren (lasst ruhig ein paar grobe Möhrenstücke drin, soll ja kein Babybrei werden). Achtung: Mettenden vorher herausfischen!
6) Einen kleinen Becher Creme Fraiche untermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilie hacken. Pro Portion 1 Spiegelei braten.
7) Möhrengemüse mit Spiegelei, frischer Petersilie, Tofuwurst (oder Mettenden) servieren. Was übrig bleibt, im Kühlschrank aufbewahren. Hält sich ca. zwei Tage und schmeckt von Tag zu Tag besser! :-)
Mit jedem Bild, das fertig wird, schlafe ich ein bisschen besser. Und gestern war es wieder so weit. Bild no. 14 kann ausgedruckt werden!
Manchmal lohnen sich schlaflose Nächte. Hätte ich vor einem halben Jahr keine Schlafprobleme gehabt, wäre dieses kleine Buch wohl niemals entstanden.
Heute habe ich den Fontographer angeworfen und die WINNSK-Schrift entworfen, die Font für den Fließtext. Macht vieles einfacher :-) Und hat sehr viel Spaß gemacht.

Außerdem ist mir eine Möglichkeit eingefallen, wie ich Text und Bild trennen kann, damit das eine vom anderen nicht ablenkt. Um es kurz zu machen: In den letzten Tagen bin ich gut voran gekommen!

Bevor Ihr Dank Pauls Einschlaftrick demnächst wie ein Stein in den Schlaf sinken werdet, wird, Ihr ahnt es, noch ein wenig Zeit ins Traumland ziehen. Um Euch die Wartezeit zu verkürzen, hat Paul mir aufgetragen, Euch ein Wallpaper mit seinen Freunden anzufertigen, sozusagen als Betthupferl, Ihr versteht.
Das Wallpaper wurde von Prof. Dr. Dr. Dösiger mit Schlummerstaub versehen, es hat also eine einschläfernde Wirkung wenn man zu lange drauf guckt. Daher auf gar keinen Fall auf Eurem Arbeitsrechner installieren.
Hier geht’s zum Download, viel Spaß!
http://dl.dropbox.com/u/18367804/WINNSK_Desktop_Mimiwelldirty.jpg.zip

… Bilder fehlen mir noch zum Glück. Sieben … schwebt in großen Lettern über meinem Kopf. Mir geht die Puste aus. Ich freue mich immer wenn ein Bild fertig ist, und gleichzeitig packt mich beim Gedanken an das nächste die blanke Panik ;-)
Aber dann denke ich an den Moment in dem ich den letzten Pinselstrich mache, tief durchatme und die Layouts in Gedanken schon zur Druckerei bringe … ich glaube, es wird ein schönes Buch. Aber was weiß ich schon … Caspar muss es gut finden. Der ist im Kindergarten und Fachmann für gute Kinderbücher. Und Caspar hat bald Geburtstag. Bis dahin muss alles fertig sein!
Hoffentlich schaff ich’s. Caspi, ich geb alles!

Kleine Freuden erhalten die Frische im Herzen. Ein zuverlässiger Lieferant dieser kleinen Herzerfrischer ist MOO. Kennt ihr MOO? Bestimmt habt ihr, vor allem wenn ihr Flickr benutzt, schon einmal von ihr gehört. MOO loves to print, sagt sie von sich selbst, und ich liebe es, sie mit Arbeit zu füttern, damit sie glücklich ist und etwas von ihrem Glück an mich zurück geben kann. So wie heute morgen.
Denn heute morgen lag ein Paket von MOO im Briefkasten. Hab ich sofort erkannt, am YAY-Sticker. Meine neuen Visitenkarten!
Ihr wisst ja, dass ich neben dem Geschichten schreiben, zeichnen und Kuchen backen auch Musik mache. Seit ich 17 bin, verdiene ich mir meinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Studiomusikerin. Was toll ist und mir bis heute richtig viel Spaß macht! Viele Leute denken, das sei nur ein Hobby und wenn ich ihnen sage, dass ich neben meiner Musikertätigkeit noch etwas anderes mache, verziehen sie immer ein bisschen ratlos das Gesicht und denken, ich mach nur Spaß. Für viele Menschen ist es nämlich undenkbar, dass man zwei verschiedene Jobs mit gleichviel Herzblut machen kann. Geht! Da ich meine Kunden aber nicht all zu sehr verwirren möchte, versuche ich, meine beiden Herzblutangelegenheiten zumindest optisch voneinander zu trennen.
Daher habe ich mir für Herzblutangelegenheit no. 2 andere Visitenkarten drucken lassen. Bei MOO! Und jetzt sind sie da! 200 Stück. Schön sind sie geworden, liegen gut in der Hand und (das ist das Tollste) haben sogar abgerundete Ecken! War bestimmt teuer, denkt ihr jetzt. Dachte ich auch, war aber nicht so. Alles rundum dufte!
YAY!

Es hagelt Absagen. Die Lektoren sind vermutlich aus dem Sommerurlaub zurück. Im Moment finde ich jeden zweiten Tag ein Paket im Briefkasten, mit meinem Manuskript (augenscheinlich ungelesen) und einem Zettel mit Standardtext und Unterschrift.
15 Verlage, 6 Absagen, so lautet die bisherige Bilanz. Ernüchternd und dennoch freue ich mich darüber, dass 3 von 6 Verlagen zumindest meine Unterlagen zurückschickten.
Vor einigen Wochen las ich die letzten Seiten aus Ella Freakella einer Grundschulförderklasse vor, die das Buch zuvor gemeinsam gelesen und kritisch beäugt hatten. Am gleichen Tag schrieb ich einen Blogeintrag auf www.ellafreakella.com, um die frohe Nachricht zu verkünden, dass die Kinder das Buch nicht nur liebten, sondern auch alle Kritikpunkte, die mir von der ersten Lektorin unterbreitet wurden, widerlegten. Auch schrieb ich, dass ich das Gefühl hatte, die Kinder hätten mir an diesem Tag eine Rüstung angelegt, an der nun alle Absagen von Verlagen abprallen würden, damit ich bis zum Ende durchhalte und mich nicht entmutigen lasse.
Heute allerdings, nachdem ich zum wiederholten Mal ein ungelesenen Manuskript im Briefkasten vorfand, muss ich gestehen, dass die Hoffnung doch so langsam schwindet, ohne einen Agenten einen Fuß in die Tür zum Lektorenzimmer zu bekommen.
Was soll ich sagen, ich bin frustriert. Bin ich wirklich. Es sind nicht die Absagen, die mich runterziehen, wirklich nicht. Es ist die Art und Weise, wie mir abgesagt wird und wie sie Ella den Rücken zukehren, ohne sie ein einziges Mal angehört zu haben.

Vor ein paar Wochen sagte jemand, der mir eigentlich immer Mut gemacht hat, meinen Weg zu gehen und mir nicht den Job zu suchen, in dem mich meine Eltern gerne gesehen hätten, dass das was ich mache so ähnlich ist wie seit zwanzig Jahren Bass in einer Band zu spielen, die immer noch auf den Durchbruch hofft und sich währenddessen den Arsch auf Dorffesten abspielt. Ich war ein bisschen geschockt als ich das hörte, da er der einzige Mensch ist, dem ich wirklich zu 100% glaube, dass er mir wünscht ans Ziel zu kommen.
Aber für keine zwei Sekunden habe ich daran gedacht, ihm zuzustimmen.
Verlagssuche is a bitch and then you find one.
Meine zehn Jahre ältere Schwester und ich mussten uns früher ein Zimmer teilen, was natürlich nicht immer für ein harmonisches Beisammensein gesorgt hat, aber tatsächlich hin und wieder auch seine Vorzüge hatte. Dem Umstand, dass wir zwangsläufig Zeit miteinander in unserem Zimmer verbringen mussten, verdanken meine Ohren nämlich, dass sie schon früh in den Genuss guter Popmusik kamen. Vor allem an zwei Platten, die meine Schwester (zu meiner Freude, denn ich liebte die Musik) rauf und runter spielte, kann ich mich gut erinnern. Zum einen war es It’s my life von Talk Talk (ich war unendlich in Mark Hollis verknallt, eigentlich bis heute!) und zum anderen A secret wish von Propaganda.
Leider gibt es keine der beiden Bands noch in der alten Besetzung (unser Kinderzimmer gibt es allerdings auch schon lange nicht mehr, daher ist es okay), aber die gute Nachricht ist, dass zumindest eines der alten Propaganda Mitglieder beschlossen hat, eine neue Platte aufzunehmen. Und zwar gemeinsam mit der italienischen DJ Legende Beppe Loda. Und als sei das noch nicht toll genug, wurde ich auch noch gefragt, ob ich das Artwork für die Platte machen möchte.
Ich musste nicht lange überlegen. Und habe mich ziemlich gefreut. Ein paar Tage lang geisterten Entwürfe durch meinen Kopf und die fixe Idee, etwas aus Isolierband zu basteln (‘is ja schließlich Elektro, im weitesten Sinne ;-), und dann, endlich, gelang es mir, mich zurück zu lehnen, alles von mir abzuschütteln und über den Haufen zu werfen. In dem Moment schob sich ein Bild vor mein geistiges Auge und ich wusste, das isses.
Leider kann ich Euch die Musik nicht vorspielen (ist ja noch top-secret, aber bald gibt es den Release und ich sage Euch auch auf jeden Fall Bescheid), aber immerhin kann ich Euch das Gesicht der Platte schon mal zeigen.
Hier ist es also, das Cover. Bitteschön.

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich meinen Texterjob damals hinschmiss, weil ich mir (nach einer Anton Corbijn-Ausstellung) vornahm, bis an mein Lebensende nur noch Cover Artworks zu machen? Leider hat das damals nicht so hingehauen, wie ich es mir vorgestellt hatte (was nicht einzig und allein an meiner Naivität scheiterte, sondern hauptsächlich an der katastrophalen Wirtschaftslage vieler Plattenfirmen, die zu der Zeit umfielen wie Zinnsoldaten und mit ihnen, man kann es sich denken, die Budgets für Designer und Fotografen.
Aber die Freude am Gestalten von Plattencovern ist trotz allem bis heute ungetrübt, und wenn ich die Wahl hätte, würde sie heute vermutlich den Hauptteil meiner Arbeit ausmachen. Allerdings bin ich auch froh, dass ich nicht mehr davon leben muss und somit in der glücklichen Position bin, mir ab und zu für Projekte, die mein Herz wirklich berühren, etwas Schönes ausdenken zu dürfen. Eigentlich war genau das von Anfang an der Plan. Wenn mir das wahre Leben nicht dazwischen gekommen wäre, wer weiß, vielleicht hätte es funktioniert. ;-)
Habe gerade alle fertigen Bilder von “Wenn ich nachts nicht schlafen kann …” auf dem Schreibtisch ausgebreitet, um mir ein bisschen Feuer unterm Hintern zu machen. Komme nur schleppend voran, der Stift saugt mich gerade aus wie ein Vampir. Es ist anstrengend, weil ich noch nie so detailliert gezeichnet habe und in jedem Bild tausend neue Dinge lerne. Die gute Nachricht ist, dass mich seit kurzem das äußerst befriedigende Gefühl durchströmt, das mühsam Erlernte endlich (halbwegs routiniert) anwenden zu können. Vor einigen Monaten habe ich eine Diskussion verfolgt, in der sich eine Handvoll Philosophen darüber unterhielt, was wohl Glück bedeute. Einer von ihnen war der Meinung, Virtuosität könnte in Menschen wahre Glücksmomente auslösen. Von Virtuosität bin ich zwar noch Lichtjahre entfernt, allerdings beginne ich langsam zu verstehen was er meinte. Etwas zu lernen, seine Fähigkeiten auszubauen und am Ende die Früchte seiner Arbeit zu ernten, ist vielleicht eines der schönsten Dinge, die einem passieren können. Also, ich bleib dran. Zwei Drittel sind geschafft! ;-)
